Analoge Grüße
Es gibt sie in verschieden großen Formaten. Bunt, einfarbig, mit abstrakten Ornamenten oder mit Text, einfach oder zum Aufklappen – die Grußkarte.Eigentlich müsste sie längst tot sein. In einer Zeit, in der wir schnell per E-Mail, SMS oder Telefon miteinander kommunizieren. In einer Zeit, in der unsere Verständigung dank sozialer Netzwerke und mobiler Endgeräte immer digitaler und unmittelbarer wird. Eigentlich, denn Totgesagte leben bekanntlich länger.
Pünktlich zur Weihnachtszeit erlebt die Grußkarte alle Jahre
wieder eine Renaissance. Dann verschicken wir handschriftliche Grüße, gute
Wünsche und Dank per Post. Beim Schreiben spüren wir dem vergangenen Jahr noch
einmal nach und richten den Blick mit Neugier auf das kommende. Und auch wenn
die bunt glitzernden Kartonstücke bald im neuen Jahr in den Papierkorb wandern,
wissen wir doch, dass uns der Absender gedachte als er die Karte schrieb. Ein
schönes Gefühl der Achtsamkeit – nicht nur an Weihnachten. (nic)